Bienen und Biomasse

Wie Biomasseproduktion und Naturschutz zusammenkommen

Die Imkerin Karina Möllers setzt sich in ihrer Wahlheimat Dorsten für die insektenfreundliche Gestaltung städtischer Flächen ein. Dabei kam sie in Kontakt mit dem Landschaftsökologen Hans Rommeswinkel, dem Sachgebietsleiter Grünflächen- und Freiraumplanung, Naturschutz und Forsten im Planungs- und Umweltamt der Stadt Dorsten. Er engagierte sich für die Initiierung des Projekts GrünSchatz zur Erforschung einer biodiversitätsfördernden Alternative zu Mais als Rohstoff für Biogasanlagen in und um Dorsten. Eine Vielzahl von Partnereinrichtungen untersucht darin Möglichkeiten der Biomasseerzeugung durch Wildpflanzen, die sowohl ökonomisch tragfähig als auch dem regionalen Arten- und Landschaftsschutz dienlich sind.

Agentinnen des Wandels

Karina Möllers (Geburtsjahr 1971), Sekretärin und (Hobby-)Imkerin, und Hans Rommeswinkel (Geburtsjahr 1958), Sachgebietsleiter im Planungs- und Umweltamt

Engagementbereich

Biodiversitätsverträgliche Biomasseproduktion

Ort des Engagements

Dorsten, Bevölkerungszahl: 75.439, Bevölkerungsdichte: 441 EinwohnerInnen / km² (vgl. Statistische Ämter des Bundes und der Länder 2014)

Forschungszeitraum

Juli 2015 – Oktober 2015

Chancen für biodiversitätsfreundliche Energiepflanzen

Im Ruhrgebiet gab es 2015 rund 140 Biogasanlagen, die neben Abfallstoffen vor allem Mais zur CO²-armen Energiegewinnung einsetzen. Durch den vermehrten Maisanbau entstehen zahlreiche Probleme, etwa durch Bodenerosion oder den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Dünger. Verschiedene Projekte erforschen aktuell alternative Energiepflanzen, die als Biogassubstrate dienen und gleichzeitig einen Mehrwert für Boden, Tierwelt und Landschaftsbild bedeuten können – eines davon ist das Projekt GrünSchatz. Im Falle eines Erfolges könnten viele der Flächen, die momentan zum Anbau von Energiemais genutzt werden, zu Aussaatflächen für Wildpflanzenmischungen werden. Im Gegensatz zu Mais leisten diese einen Beitrag zum Arterhalt, da sie Nahrung für Insekten sowie Schutzraum für größere Wildtiere zur Verfügung stellen. Auch lokale ImkerInnen können durch ihre Expertise zur Erforschung einer biodiversitätsverträglichen Art der Biomasseproduktion beitragen.

AutorInnen: Daniel Bläser, Henning Fort, unterstützt durch Jennifer Kappmeier-Klenk
Quelle: eigene Darstellung auf Grundlage Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz
Nordrhein-Westfalen (LANUV NRW), eigene Recherche