Bürgerenergiegenossenschaften im Ruhrgebiet

Bürgerschaftliches Engagement hat einen bedeutenden Anteil an den Fortschritten der Energiewende in den vergangenen Jahren. Im Jahr 2014 entfielen in der erneuerbaren Stromerzeugung 34,4% der installierten Leistung und 32,2% der erzeugten Strommenge auf Anlagen in privater oder bürgerschaftlicher Trägerschaft. Als eine erfolgreiche Organisationsform hat sich hierbei das genossenschaftliche Teilhabeprinzip herausgestellt. Bürgerenergiegenossenschaften bieten den Mitgliedern die Möglichkeit der Mitgestaltung, Selbstversorgung und kapitalistischen Teilhabe. Im Jahr 2005 hat das damals neue EEG einen bundesweiten Gründungsboom von Energiegenossenschaften ausgelöst. Seit dem Jahr 2013 geht die Zahl der neu gegründeten Energiegenossenschaften jedoch bundesweit kontinuierlich zurück. Die Gründe hierfür liegen vor allem in den veränderten rechtlichen Rahmenbedingungen, die zu einer zunehmenden Planungsunsicherheit bei den Akteuren geführt hat. Das Fachgebiet Städtebau, Stadtgestaltung und Bauleitplanung hat im Rahmen des Projektes eine Erhebung der im Ruhrgebiet ansässigen Bürgerenergiegenossenschaften durchgeführt. Die Region hat derzeit 13 aktive Bürgerenergiegenossenschaften mit über 5.000 Mitgliedern. Die Zielsetzungen der Genossenschaften sind dabei insbesondere Partizipation und Teilhabe an der Energiewende. Dies ergab eine Umfrage im Rahmen der Untersuchung. Mehrere Genossenschaften gaben zudem an, trotz der unklaren rechtlichen Perspektive vor dem Hintergrund der EEG-Novelle weitere Projekte und neue Geschäftsfelder, insbesondere die genossenschaftliche Beteiligung an Windenergieprojekten, zu prüfen.

Projekt

Analyse im Rahmen der Landkarte der Energiewende

Erhebung

2016

Ansprechpartner

Daniel Bläser, Henning Fort

Bürgerenergiegenossenschaften im Ruhrgebiet