»Damit sie nicht sofort sagen: ›Ich verstehe kein Deutsch.‹ «

Vereinende Unterschiede und trennende Gemeinsamkeiten innerhalb einer interkulturellen Energiesparberatung

Rabiye Türkmen ist eine 30-jährige Bottroperin mit türkischem Migrationshintergrund, die im Rahmen des Projekts KliMig der Stiftung für Türkeistudien mit einer Energiesparkiste türkische Privathaushalte besucht und den BürgerInnen Energieeinsparpotenziale aufzeigt. Diesem Beratungskonzept liegt die Vorstellung zugrunde, dass eine Kommunikation unter Angehörigen derselben ethnischen Gemeinschaft besonders effizient sei. Anhand von Türkmens Beratungserfahrungen wird allerdings deutlich, dass eine derartige Annahme der Heterogenität der türkischen Community nicht gerecht wird. Diese zeigt sich auf verschiedene Weise: in unterschiedlichen Bildungskontexten, übernommenen Lebensstilen des Einwanderungslandes, einer wertenden Haltung gegenüber einzelnen türkischen Herkunftsregionen oder der türkischen Umweltpolitik und in der unterschiedlichen Praxis muslimischen Glaubens. Religion stellt sich dabei einerseits als argumentative Hilfe für die Energiesparberatung heraus, andererseits aber auch als Hindernis. Türkmen erkennt die Lebenswirklichkeit innerhalb der türkischen Community an und stellt sich individuell auf die Beratungssituation ein.

Agentin des Wandels

Rabiye Türkmen (Geburtsjahr 1984), Wirtschaftswissenschaftlerin 

Engagementbereich

Energiesparberatung in türkischen Haushalten

Ort des Engagements

Bottrop, Bevölkerungszahl: 115.324, Bevölkerungsdichte: 1.154 EinwohnerInnen / km² (vgl. Statistische Ämter des Bundes und der Länder 2014)

Forschungszeitraum

November 2014 – März 2015