»Das ist nicht mein Wohnort. Das hier ist meine Heimat!«

Lokal denken – energetisch sanieren – langfristig wirken

Das Unternehmerehepaar Heinz und Doris Reimann hat im Oberhausener Stadtteil Osterfeld Gelände und Gebäude eines ehemaligen Waisenhauses erworben. Das verfallene Haus haben sie zu einem Wohnhaus nach KfW-70-Standard mit 18 Eigentumswohnungen umbauen lassen. Eine Kindertagesstätte der Caritas, die sich auf dem autofreien Areal befindet, wurde saniert und mit einem pädagogischen Schwerpunkt auf erneuerbaren Energien, Umwelt- und Naturschutz neu ausgerichtet. Mit einem Förderverein unterstützt Doris Reimann die Arbeit der Kindertagesstätte. Die Reimanns begründeten damit einen Ort nachhaltiger Bildung, die sich nicht nur auf die Kinder auswirkt. Motivation beziehen die Eheleute aus der Liebe zu ihrer Heimat Oberhausen-Osterfeld. Die Reimanns setzen sich für den Erhalt der architektonischen Charakteristik dieses Stadtteils ein. Das wichtigste Ziel ihrer Bemühungen ist jedoch der Erhalt der Stadtteilgemeinschaft. Als wirtschaftlich erfolgreicher Unternehmer sieht sich Heinz Reimann in der Pflicht, der Gesellschaft etwas zurückzugeben.

Agentinnen des Wandels

Heinrich »Heinz« Reimann (Geburtsjahr 1953), Unternehmer, und Doris Reimann 
(Geburtsjahr 1954), Angestellte bei der Staatsanwaltschaft im Vorruhestand

Engagementbereich

Energetische Sanierung und frühkindliche Bildung

Ort des Engagements

Oberhausen, Bevölkerungszahl: 209.292, Bevölkerungsdichte: 2.715 EinwohnerInnen / km² (vgl. Statistische Ämter des Bundes und der Länder 2014)

Forschungszeitraum

Oktober 2014 – Mai 2015

Betreuungseinrichtungen als Orte frühkindlicher Umweltbildung

Das Netz öffentlicher Kindertagesstätten und ähnlicher Betreuungseinrichtungen ist im Ballungsraum Ruhrgebiet sehr dicht. Da Bildung und Information für ökologisch bewusstes Verhalten von entscheidender Bedeutung sind, kommt Betreuungseinrichtungen wie Energie- und Klima-Kindertagesstätten ebenso wie außerschulischen Umweltbildungsinstitutionen und Schulgärten eine kaum zu überschätzende Rolle zu. Sie versuchen, Kindern bereits im frühen Alter in alltags- und praxisbezogener Weise ein Umweltbewusstsein zu vermitteln. Häufig geschieht dies im alltäglichen Betrieb und in kleinem Maßstab und wird nicht nach außen kommuniziert. Im Ruhrgebiet gibt es 
ein großes Potenzial, weitere Kindertagesstätten und ähnliche Einrichtungen für Bildungskonzepte zu gewinnen, 
die den Schwerpunkt auf erneuerbare Energien, aktives Energiesparen und Klimawandel legen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass mit einer verbesserten Personalsituation viele der bereits bestehenden Konzepte breitere Umsetzung finden könnten.

AutorInnen: Daniel Bl.ser, Henning Fort, unterstützt durch Dennis Arnold und Jennifer Kappmeier-Klenk
Quelle: eigene Darstellung auf Grundlage Regionalverband Ruhr (RVR), eigene Recherche