Ein Freibad tankt Energie

Wie Bürgerprotest und Energieeffizienz zum Erhalt eines Freibades beitragen

Aufgrund personeller Engpässe und einer angespannten Haushaltslage beschloss der Rat der Stadt Hamminkeln im Jahr 2000, das Freibad im Ortsteil Dingden nur noch während der Sommerferien zu öffnen. Nachdem Proteste und ein Bürgerantrag gegen diesen Plan erfolglos geblieben waren, gründete Gerlinde Bleise gemeinsam mit anderen BürgerInnen den Freibad-Verein Dingden e. V., der seit 2001 mit ehrenamtlich tätigen Mitgliedern den Betrieb des Freibades von Mai bis zum Beginn der Sommerferien gewährleistet. Im Jahr 2011 errichtete der Verein unter Federführung der Vorsitzenden Helmut Wisniewski und Ulla Terörde auf den Dachflächen des Freibades und fünf weiterer kommunaler Gebäude Fotovoltaikanlagen. Mit den Einnahmen aus der Stromeinspeisung finanziert der Verein nicht nur die fälligen Pachtkosten und Tilgungen, sondern auch eine jährliche Zahlung an die Stadt Hamminkeln in Höhe von 20.000 Euro, die zum Erhalt des Freibades eingesetzt werden.

Agentinnen des Wandels

Gerlinde Bleise (Geburtsjahr 1959), IT-Netzwerkadministratorin, Ulla Terörde (Geburtsjahr 1942), Rentnerin, und Helmut Wisniewski (Geburtsjahr 1948), Rentner

Engagementbereich

Solarstromproduktion und Abwärmenutzung

Ort des Engagements

Hamminkeln, Bevölkerungszahl: 26.590, Bevölkerungsdichte: 162 EinwohnerInnen / km² (vgl. Statistische Ämter des Bundes und der Länder 2014)

Forschungszeitraum

Mai 2015

Schwimmbäder als potenzielle Prosumenten von Solarstrom

Ob Erlebnis-, Wellness- oder Sportbad – im Ruhrgebiet findet man ein breites Spektrum unterschiedlicher Schwimmbadtypen vor. Mehr Bäder als bisher  könnten auf ihren Dächern oder in der unmittelbaren Umgebung zu ihrem eigenen Vorteil Solarstrom erzeugen und verbrauchen. Die aus Stromeinspeisungen generierten Einnahmen könnten in den Erhalt des jeweiligen Bades investiert werden oder der Direktverbrauch des nahräumlich hergestellten Stroms die Kosten für die 
Wassererwärmung senken. 

Autoren: Daniel Bläser, Henning Fort
Quelle: eigene Darstellung auf Grundlage Regionalverband Ruhr (RVR)