Energie- & Ressourceneffizienz

Das Themenfeld der Energie- und Ressourceneffizienz beinhaltet unterschiedliche Dimensionen: Energieeffizienz in Gebäuden, Energie- und Ressourceneffizienz in der Produktion (Industrie 4.0), Umwelt- und Energiemanagement sowie erneuerbare Energien. Ruhrgebietsweit bündeln zahlreiche Projekte aus Wirtschaft, Kommunen und Zivilgesellschaft Kompetenzen zu den genannten Schlagworten. Sie widmen sich häufig der Beratung bei Energieeffizienz-Investitionen, der Optimierung technischer Produktionsprozesse oder dem betrieblichen Energiemanagement. Einen wesentlichen Beitrag leisten hier die Kommunen, indem sie eine effiziente Umgestaltung ihrer eigenen Bestände vorantreiben. Im Jahr 2015 nahmen nahezu alle Kommunen des Ruhrgebiets an den Förderprogrammen der nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) teil.

Notwendig ist darüber hinaus eine verstärkte strategische Einbettung der Energiewende in die Stadtentwicklungspolitik. Eine flächendeckende, systematische Integration der energetischen Stadterneuerung in Stadtentwicklungskonzepte erfolgt noch zu selten. Vereinzelt tragen Kommunen diesem Umstand Rechnung, indem sie Konzepte forcieren, die auf die Partnerschaft von engagierten BürgerInnen, VertreterInnen der Kommunen, Wirtschaft, Vereinen und Verbänden setzen. Erforderlich ist in diesem Zusammenhang auch die Entwicklung von  Beteiligungsverfahren, die die Einbindung von ExpertenInnen  zulassen.
 
Neben der Senkung des Energieverbrauchs ist vor allem die Integration erneuerbarer Energien eine wichtige Voraussetzung der Energiewende. Der Ausbau der Stromproduktion durch nichtfossile Energieträger und die Einspeisung in die Stromnetze stellen in weiten Teilen des Ruhrgebiets komplexe Herausforderungen dar. Oft können die Kommunen nur initiieren oder zum Handeln anleiten. Die Reduktion der Einspeisevergütung im Rahmen der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) hat EinzelakteurInnen in ihrem Engagement weitestgehend ausgebremst. Zugleich konterkariert die Subventionierung der großen Kohlekraftwerke das Ziel eines schonenden Umgangs mit fossiler Energie. 

In den Kernzonen des Ruhrgebiets liegt der Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtstromverbrauch ähnlich niedrig wie in anderen Stadtregionen oder Großstädten, z. B. Köln (1 %) oder Düsseldorf (2 %). Wesentlich größer fällt der Anteil in den 
umliegenden ländlichen Kommunen aus, was auf deren raum- und siedlungsstrukturelle Gegebenheiten zurückzuführen ist. Die Transformation eines kohlebasierten, zentralisierten Energiesystems zu einem dezentral organisierten System, das erneuerbare Energien einbezieht, hat erhebliche räumliche Auswirkungen und geht mit ökonomischen Verschiebungen einher. Durch die zunehmende Energieproduktion mithilfe regenerativer Energien in ländlichen Teilen des Ruhrgebiets verändert sich die Koppelung zwischen Energieproduktion und Raum- bzw. Siedlungsstruktur zugunsten der ländlichen, peripheren Räume (vgl. Bläser & Jansen 2013: 1). Perspektivisch werden immer mehr nachbarschaftliche oder genossenschaftliche Organisationsformen die Energieproduktion und -einspeisung selbst in die Hand nehmen. 

Ob es sich um den bewussten Umgang mit Energie, Einsparung von Betriebskosten in mittelständischen Unternehmen oder das Vorantreiben verschiedener Suffizienzstrategien durch gemeinschaftliche Initiativen handelt: Viele Menschen im Ruhrgebiet sind sich über die Notwendigkeit von Ressourcen- und Energieeffizienz im Klaren. Das Portfolio an Ideen und Projekten, an denen gemeinschaftlich gearbeitet werden könnte, ist groß. Nur wenn es gelingt, die vielfältigen Ansätze und den Erfahrungsschatz der verschiedenen Initiativen und Institutionen zu vereinen, kann die Energiewende im Ruhrgebiet erfolgreich sein.

Teilnahme der Kommunen des Ruhrgebiets an Förderprogrammen des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)

Bei der Klimaschutzinitiative des BMUB handelt es sich um ein Förderprogramm, für das Kommunen strategische Ziele im Bereich Klimaschutz und Energieeffizienz formulieren. Zu konstatieren ist, dass die Fördermittelabrufe sich in der urbanen Kernzone des Ruhrgebiets konzentrieren, während die Nachfrage ländlich geprägter Kommunen weniger stark ausfällt.  

Autoren: Daniel Bläser, Henning Fort
Quelle: eigene Darstellung auf Grundlage Förderkatalog des Bundes

Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtstromverbrauch

Die Karte zeigt den bis 2014 dokumentierten Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Stromverbrauch der Ruhrgebietskommunen. Augenfällig ist vor allem der vergleichsweise hohe Anteil in den ländlich geprägten Umlandkommunen.

Autoren: Daniel Bläser, Henning Fort
Quelle: eigene Darstellung auf Grundlage www.energymap.info