»Es geht nicht nur ums Gärtnern, sondern um den ganzen Menschen!«

Friedensarbeiterin und Frauenaktivistin Ellen Diederich und der Interkulturelle Frauengarten Rose

Die soziale und politische Aktivistin Ellen Diederich hat den Verein Interkultureller Frauengarten Rose gegründet, um vor allem Frauen mit geringem Einkommen und Migrationshintergrund Integration und Selbstermächtigung (Empowerment) zu ermöglichen. Der Interkulturelle Frauengarten entstand dank intensiver Netzwerkarbeit mit der Emschergenossenschaft, städtischen AkteurInnen und anderen Organisationen am Rande des Kaisergartens in der Ruhrgebietsstadt Oberhausen. Etwa zwölf Frauen aus unterschiedlichsten Ländern bewirtschaften heute den Garten, bringen sich hier politisch ein oder nutzen ihn einfach nur als Rückzugsort. Die Frauen bringen außerdem auch internationale Agrokulturen in den Garten und leisten mit der daraus resultierenden Kulturen- und Pflanzenvielfalt einen Beitrag zur ökologischen Nachhaltigkeit. Damit steht Ellen Diederich als Agentin des Wandels für einen an die ruhrgebietsspezifischen Begebenheiten angepassten Nachhaltigkeitsbegriff, der soziale und ökologische Dimensionen vereint.

Agentin des Wandels

Ellen Diederich (Geburtsjahr 1944), Frauen- und Friedensaktivistin

Engagementbereich

Interkultureller Frauengarten

Ort des Engagements

Oberhausen, Bevölkerungszahl: 209.292, Bevölkerungsdichte: 2.715 EinwohnerInnen / km² (vgl. Statistische Ämter des Bundes und der Länder 2014)

Forschungszeitraum

Mai 2014 – Juli 2014

Urbane Grünflächen als Infrastrukturen für integratives Gärtnern

Aufgrund seiner polyzentrischen Siedlungsstruktur sind für das Ruhrgebiet schnell erreichbare, unbebaute Freiräume charakteristisch, die unter anderem von Parks, Spielplätzen und weiteren urbanen Grünflächen geprägt sind. Dementsprechend sind auch die potenziell verfügbaren Flächen für urbanes Gärtnern sehr hoch, wie der Interkulturelle Frauengarten Rose in Oberhausen zeigt: Schon auf kleinen Grünflächen können QuartiersbewohnerInnen Obst, Gemüse oder andere Pflanzen gemeinsam anbauen. Wenn sich der Boden an manchen Stellen nicht für den Anbau von Lebensmitteln eignet, stellen mobile Kistengärten eine Alternative dar. Die so umgenutzen öffentlichen Räume können gleichzeitig zu Orten der Begegnung werden. Integrativ kann das gemeinschaftliche Gärtnern vor allem dort wirken, wo gezielt Geflüchtete eingebunden werden. 

Autoren: Daniel Bläser, Henning Fort, unterstützt durch Dennis Arnold
Quelle: eigene Darstellung, eigene Recherche