Gartenstadt der Zukunft

Im Umsetzungsprojekt Gartenstadt der Zukunft wurden Zechensiedlungen in Hassel, Westerholt und Bertlich exemplarisch für den Typus der Werks- und Genossenschaftssiedlungen untersucht. Ziel war es, ein Zukunftsbild der Gartenstadt zu entwickeln, dass die energetische Optimierung des Wohngebäudebestandes mit baukulturellen und freiraumplanerischen Ansprüchen zusammenführt und Synergieeffekte durch den Einbezug der Akteure vor Ort generiert. Im Rahmen des Projektes wird ein umfassender Handlungsleitfaden entwickelt. Vom Material einer geeigneten Wärmedämmung bis zur Rohstoffproduktion zur Energiegewinnung wird dargestellt, welche Maßnahmen zur Umsetzung der Energiewende unter der Prämisse des Erhalts oder der Adaption gartenstädtischer Leitideen zur Verfügung stehen.

Die Erkenntnisse aus den Modellprojekten in Hassel, Westerholt und Bertlich treffen im Ruhrgebiet auf sehr große Potenziale. In den 53 Kommunen der Region bestehen insgesamt 330 Werks- und Zechensiedlungen mit einer Gesamtfläche von rund 38 Quadratkilometern. Diese Quartiere wurden in der zweiten Hälfte des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts errichtet und sind städtebaulich vielfach durch das Prinzip der Gartenstadt geprägt.

Im Rahmen des Projektes wurden verschiedene Szenarien werden zur Reduktion der Treibhausgas-Emissionen verarbeitet. Deutliche CO2-Einsparungen ließen sich hier alleine durch Dämmung der Gebäude und durch Umstellung der Heizungssysteme im Wärmebereich erreichen ( 69 % bis 78 %). Hiermit erreichen die untersuchten Quartiere den Zielhorizont der Reduktion für 2040 der durch die Bundesregierung vorgegeben wurde. Ein Potenzial zur Reduzierung bis auf 95% wurde allerdings nicht gesehen. Auch wenn im Projekt  vornehmlich die CO2-Emissionen des Heizenergiebedarfs der Zechenhäuser betrachtet werden, zeigt sich deutlich, dass die Gartenstadt der Zukunft ein großes Potenzial zur Erreichung der in der Energiewende geforderten Reduktionswerte aufweist. Dieses Potenzial lässt sich für den Siedlungstypen auf das Ruhrgebiet übertragen.

Projekt

Umsetzungsprojekt Energiewende Ruhr

Erhebung

2013 - 2016

Ansprechpartner

Anne Söfker, Daniel Bläser

Zechen- und Werkssiedlungen im Ruhrgebiet