»Jede Straße braucht ein Wohnzimmer!«

Nachhaltigkeit und Kiezgemeinschaft in Bochum-Mitte

Nina Selig hat zusammen mit anderen BewohnerInnen der Alsenstraße in Bochum-Mitte das Alsenwohnzimmer eröffnet, einen Ort, an dem BürgerInnen Projektideen umsetzen, diskutieren und sich vernetzen können. Dort werden keine kommerziellen Interessen verfolgt, sondern Solidarität und basisdemokratischen Strukturen Vorrang eingeräumt vor warentauschender Logik menschlichen Zusammenlebens. Im benachbarten Alsengarten werden gemeinschaftlich Nutzpflanzen angebaut und dabei nicht nur neue Wege der Nahrungsmittelversorgung in der Großstadt aufgezeigt, sondern auch lokal und kleinräumig Diskussionen über den Warencharakter von Lebensmitteln angestoßen. 

Die foodsharing-Botschafterin Lisa Francke nutzt das Alsenwohnzimmer für die Lagerung und »fairteilung« von Lebensmitteln, die sie zusammen mit anderen Engagierten vor der Mülltonne rettet. So werden soziale Praktiken des Teilens und Verschenkens im Alsenwohnzimmer getestet, verbessert, verteidigt und damit kultiviert. 

Mit diesem Wohnzimmer haben die BewohnerInnen der Alsenstraße einen Raum geschaffen, in dem sich andere AgentInnen des Wandels ausprobieren können – ein nachhaltiges Engagement für Nachhaltigkeit. 

AgentInnen des Wandels

Nina Selig (Geburtsjahr 1979), Leiterin eines Programm-Kinos, und Lisa Francke 
(Geburtsjahr 1990), Studentin

Engagementbereich

Stadtteilarbeit und foodsharing

Ort des Engagements

Bochum, Bevölkerungszahl: 361.876, Bevölkerungsdichte: 2.484 EinwohnerInnen / km² (vgl. Statistische Ämter des Bundes und der Länder 2014)

Forschungszeitraum 

September 2014 – August 2015