»Meine Hoffnung ist, dass ich einen Anteil daran haben kann, die Welt in der Zukunft besser zu machen.«

Die Neuausrichtung eines landwirtschaftlichen Familienbetriebs

Der Hof der Familie Schulte-Tigges in Dortmund-Derne war einst ein großer landwirtschaftlicher Betrieb. Elmar Schulte-Tigges hat den Hof von seinem Vater übernommen und betreibt darauf heute eine alternative, gemeinschaftlich getragene Form der Landwirtschaft: Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi). Für ihn ist die SoLaWi ein wichtiges Zukunftsmodell im Agrarbereich, da sie für VerbraucherInnen und LandwirtInnen einen wirksamen Weg bietet, Lebensmittel zu auskömmlichen Bedingungen qualitätsorientiert und selbstbestimmt zu erzeugen und gleichzeitig Natur und Ressourcen zu schützen. Zudem machte Schulte-Tigges eine Ausbildung zum Bauernhofpädagogen und hat seinen Betrieb zum Lernbauernhof ausgebaut. Damit reagiert er konstruktiv auf die von ihm als unbefriedigend wahrgenommene Situation in der frühkindlichen Nachhaltigkeitsbildung. Indem Elmar Schulte-Tigges nachhaltige Landwirtschaft mit einer pädagogisch wertvollen Vermittlung von Wissen über Nachhaltigkeit kombiniert, zeigt er eine Zukunft für den Hof auf, die einerseits an seine biografischen Erfahrungen anknüpft und andererseits Pfadabhängigkeiten in den Bereichen Landwirtschaft und Bildung durchbricht.

Agent des Wandels

Elmar Schulte-Tigges (Geburtsjahr 1975), Geograf und Bauernhofpädagoge 

Engagementbereich

Lernbauernhof und Solidarische Landwirtschaft

Ort des Engagements

Dortmund, Bevölkerungszahl: 580.511, Bevölkerungsdichte: 2.068 EinwohnerInnen / km² (vgl. Statistische Ämter des Bundes und der Länder 2014)

Forschungszeitraum

November 2014 – Mai 2015

Landwirtschaftliche Flächen als Potenzial für Solidarische Landwirtschaft und Lernbauernhöfe

Während es im Ruhrgebiet einerseits eine große Menge von landwirtschaftlich genutzten Flächen, Gebäuden und Hofflächen gibt, existieren nur sechs Solidarische Landwirtschaften (SoLaWi) und vier Lernbauernhöfe. Gerade in den Randgebieten der Region zeigt sich das Potenzial, mehr der bestehenden landwirtschaftlichen Flächen als Lernbauernhöfe zu nutzen und sie so zu Orten für Nachhaltigkeitsbildung umzugestalten. Eine Verbindung zu solidarischen Formen der Bewirtschaftung ist hiermit nicht automatisch gekoppelt, eignet sich aber besonders gut, da die meist kleinteilige Arbeit in SoLaWis intensive Ein-blicke in landwirtschaftliche Prozesse ermöglicht. Dabei sind solidarische Formen der Landwirtschaft keine primären Bildungsprojekte, sondern können laut Weltagrarbericht (McIntyre et al. 2009: 183f) zu grundsätzlichen Transformationen des Agrarsystems weltweit beitragen. Eine Umnutzung der bestehenden landwirtschaftlich genutzten Flächen, Gebäude und Hofflächen an Rhein und Ruhr könnte dazu beitragen, dieses Potenzial zu nutzen.

Autoren: Daniel Bläser, Henning Fort, unterstützt durch Dennis Arnold
Quelle: eigene Darstellung auf Grundlage Regionalverband Ruhr (RVR), eigene Recherche