»Mit dem Blick auf das Schöne, nicht auf die Angst«

Eine sozialökologische Gemeinschaft in Witten

In der Wittener Bürgerinitiative Ökodorf Ruhrgebiet haben sich seit dem Jahr 2009 rund 20 Menschen verschiedenen Alters zusammengefunden, die den Gedanken ökologischer Nachhaltigkeit im Sinne der Ökodorf-Bewegung sowie der Transition-Town-Bewegung verbreiten und diesbezüglich interessierte BewohnerInnen des Ruhrgebiets miteinander vernetzen. Einer von ihnen ist Bernd Eckstein, der seit Gründung der Initiative verschiedene Aktivitäten der Gruppe koordiniert. Der gelernte Chemieingenieur arbeitet als freier Sachverständiger und Gebäude­energie­berater. Sein berufliches Interesse an einer nachhaltigen Energiewende korrespondiert mit seinem privaten Engagement in der Gruppe Ökodorf Ruhrgebiet. Darin möchte er innovative Möglichkeiten der Energiegewinnung oder auch Permakultur ebenso erproben wie sein Ideal gesellschaftlichen Wandels durch Gemeinschaft.

Agent des Wandels

Bernd Eckstein (Geburtsjahr 1959), 
freier Sachverständiger und Gebäudeenergieberater mit BAFA-Qualifikation

Engagementbereich

Ökodorf-Initiative und Tauschbörse

Ort des Engagements

Witten, Bevölkerungszahl: 95.907, Bevölkerungsdichte: 1.325 EinwohnerInnen / km² (vgl. Statistische Ämter des Bundes und der Länder 2014)

Forschungszeitraum

Mai 2014 – Oktober 2014

Soziale Bewegungen für nachhaltigen Konsum

Maker-Bewegungen sowie alternative Formen des Zusammenlebens und Wirtschaftens etablieren sich zunehmend in allen Teilen der Gesellschaft – so auch im Ruhrgebiet. Ob engagierte BürgerInnen Lebensmittel vor dem Verderben retten und fairteilen, alte elektronische Geräte wieder funktionstüchtig machen, Upcycling oder auch neue Formen der Demokratie erproben – sie agieren jenseits von marktwirtschaftlicher Gewinnorientierung und rücken die Gemeinschaft in den Fokus. Durch nachhaltigen Umgang mit Konsumgütern werden Ressourcen wie Klima geschont. In all diesen Kontexten wollen die Engagierten sich nicht nur als StatistInnen des Warentauschs begegnen, sondern durch Tauschen, Teilen und Schenken soziale Beziehungen aufbauen und aufrechterhalten. Ihr Ziel ist es, allen Menschen materielle, kulturelle und soziale Teilhabe zu ermöglichen. Besonders in ländlichen Gebieten gibt es noch reichlich Potenzial für foodsharing-Fair-Teiler, für Giveboxes, öffentliche Bücherschränke, gemeinschaftliche Reparaturwerkstätten und Transition-Town-Initiativen. 

Autoren: Daniel Bläser, Henning Fort, unterstützt durch Dennis Arnold
Quelle: eigene Darstellung auf Grundlage Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz
Nordrhein-Westfalen (LANUV NRW)