»Ohne Linienbetrieb standen die Leute da.«

Der Bürgerbus als Ergänzung des regulären ÖPNV in ländlichen Gebieten

Der ländliche Raum des Ruhrgebiets hat auf seine eigene Art und Weise mit den Auswirkungen des Strukturwandels zu kämpfen. Eine Herausforderung stellt die oftmals ungenügende Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr dar. Der Lösung dieses Problems nehmen sich viele BürgerInnen mittlerweile selbst an: durch ehrenamtliche Bürgerbusvereine wird das ÖPNV-Angebot ergänzt. So auch in Sonsbeck: Torsten Kröll setzt sich mit dem Bürgerbus-Verein Sonsbeck e. V. dafür ein, dass insbesondere die ältere Bevölkerung den Anschluss ans Alltagsleben nicht verliert und die Möglichkeit gesellschaftlicher Teilhabe hat. Der Einsatz eines Bürgerbusses bietet zudem eine nachhaltige Alternative zu Fahrten mit dem Pkw oder Taxi, senkt die gemeinsame Fahrt doch auch die individuelle CO²-Emission.

Agent des Wandels

Torsten Kröll (Geburtsjahr 1965), technischer Angestellter der Gemeinde

Engagementbereich

Bürgerbus

Ort des Engagements

Sonsbeck, Bevölkerungszahl: 8.665, Bevölkerungsdichte: 156 EinwohnerInnen / km² (vgl. Statistische Ämter des Bundes und der Länder 2014)

Forschungszeitraum

Juli 2014 – September 2014

Bürgerbusse als Ergänzung des regulären ÖPNV

Insbesondere das zentrale Ruhrgebiet zwischen Duisburg und Dortmund ist durch Stadt- und Straßenbahnen vergleichsweise dicht erschlossen. Um die Abdeckung der Gesamtregion durch den öffentlichen Personennahverkehr zu ermitteln, wurde die Erreichbarkeit von Wohnbebauung im engeren (500 Meter) und weiteren (800 Meter) Umkreis von ÖPNV-Haltestellen analysiert. Dabei wurde deutlich, dass in peripheren Gebieten allein die Haltestellendichte als lückenhaft bezeichnet werden kann – ohne Berücksichtigung von Frequenz und Taktung der Mobilitätsangebote, die zu zusätzlichen Beförderungsproblemen führen können. Durch das Fehlen regulärer Angebote des öffentlichen Personennahverkehrs sind die BewohnerInnen solcher Gebiete auf die Nutzung eigener Autos angewiesen. Um derartige Angebotslücken in dünn besiedelten Räumen zu schließen, können beispielsweise zivilgesellschaftliche Bürgerbus-Initiativen unterstützt werden. Im Ruhrgebiet lassen sich für das Jahr 2016 zwölf solcher Bürgerbus-Kooperationen ausmachen.

Autoren: Daniel Bläser, Henning Fort, unterstützt durch Dennis Arnold
Quelle: eigene Darstellung auf Grundlage Regionalverband Ruhr (RVR), OpenStreet-Map-Mitwirkende, eigene Recherche