Wie der Fisch zum Gärtnern kam

Nachhaltige Lebensmittelproduktion in der Stadt mit Aquaponik

Aquaponik ist eine ökologisch nachhaltige Form der Nahrungsmittel­produktion, bei der gleichzeitig Fisch und Gemüse gezüchtet werden. 2011 hat Rolf Morgenstern eine Aquaponik-Projektgruppe im gemeinnützigen Verein die Urbanisten gegründet. Das Ziel: Industriebrachen für die Nahrungs­mittel­produktion nutzen. Konkret beschäftigen sich die Dortmunder Aquaponiker mit der technischen Entwicklung zweier Prototypen: einer Aquaponikanlage, die sich für einen genossen­schaft­lichen Betrieb auf Stadtteilebene eignet, sowie einem Heimanwendersystem.

AgentInnen des Wandels

Rolf Morgenstern, Diplom-Chemieingenieur (Geburtsjahr 1969), 
wissenschaftlicher Mitarbeiter der Fachhochschule Südwestfalen und 
selbstständiger IT-Dienstleister

Engagementbereich

Nachhaltige Lebensmittelproduktion im urbanen Raum

Ort des Engagements

Dortmund, Bevölkerungszahl: 580.511, Bevölkerungsdichte: 2.068 EinwohnerInnen / km² (vgl. Statistische Ämter des Bundes und der Länder 2014)

Forschungszeitraum 

November 2014 – Juni 2015

Brachflächen als Potenzialräume für Aquaponik

Aquaponik ist eine umweltverträgliche und ressourcen­effiziente Form der Nahrungsmittelproduktion, bei der gleichzeitig Fisch und Gemüse gezüchtet werden. Aquaponikanlagen sind komplexe, geschlossene Systeme aus Pflanz- und Fischbecken unter Glas, die praktisch überall errichtet werden können. Diese Anbaumethode eignet sich insbesondere für Standorte, an denen die räumlichen oder ökologischen Bedingungen für konventionelle Gemüse- und Fischzucht nicht gegeben sind: für hoch verdichtete Stadtstaaten wie Singapur, bergige Länder mit wenigen Anbauflächen wie Japan, trockene Gebiete wie Australien – oder für die kontaminierten Industriebrachen des Ruhrgebiets. Aufgrund der schnellen Auf- und Abbaumöglichkeit sowie der Skalierbarkeit der Anlagen eignet sich Aquaponik zudem besonders gut für temporäre Zwischen­nutzungen von Flächen, beispielsweise auch von Wohn- und Gewerbebrachen.

Autoren: Daniel Bläser, Henning Fort
Quelle: eigene Darstellung auf Grundlage Regionalverband Ruhr (RVR)